Wiederaufnahme des nationalen sozialen Dialogs: ein erstes wichtiges Ergebnis für die Arbeitnehmer in Luxemburg

Nach der nationalen Demonstration vom 28. Juni 2025, an der mehr als 25.000 Menschen teilnahmen, trafen sich die Regierung, die „Union des syndicats OGBL und LCGB“, die Gewerkschaft CGFP und die Union des Entreprises Luxembourgeoises am 9. Juli 2025, um den nationalen Sozialdialog wieder aufzunehmen.

In langen und schwierigen Verhandlungen wurden folgende Punkte behandelt:

  • Nationaler Sozialdialog
  • Kollektivverträge
  • Sonntagsarbeit und Öffnungszeiten im Handel
  • Arbeitszeitgestaltung
  • Rentenreform
  • Sozialer Mindestlohn

 

Was die Kollektivverträge betrifft, hat die Regierung das exklusive Verhandlungs- und Unterzeichnungsrecht der national repräsentativen Gewerkschaften bestätigt. Der gesetzliche Inhalt der Kollektivverträge bleibt unverändert, und ohne die national repräsentativen Gewerkschaften können keine Betriebsvereinbarungen ausgehandelt werden.

Dieses erste wichtige Resultat konnte dank der Zusammenarbeit der Gewerkschaften OGBL und LCGB innerhalb der Gewerkschaftsfront sowie dank der Mobilisierung und massiven Beteiligung an der nationalen Demonstration am 28. Juni 2025 erzielt werden.

Die Frage der Arbeitszeitgestaltung wird Gegenstand von Verhandlungen im Ständigen Ausschuss für Arbeit und Beschäftigung (CPTE) sein, der seine gemeinsamen Schlussfolgerungen bis Ende Oktober 2025 vorlegen muss.

Was die Sonntagsarbeit, die Öffnungszeiten, die Reform des Rentensystems und den sozialen Mindestlohn betrifft, so werden die Verhandlungen mit der Regierung und den Arbeitgebern am 14. Juli 2025 fortgesetzt.

Wir werden Sie über den weiteren Verlauf dieser Verhandlungen auf dem Laufenden halten.

Die Gewerkschaftsfront reagiert auf die Ankündigungen der Regierung zur Zukunft unseres Rentensystems und zum nationalen Sozialdialog!

Seit Monaten führt die Regierung einen Monolog und distanziert sich gegenüber den Gewerkschaften mit einer Politik der vollendeten Tatsachen oder exklusiven Ankündigungen in der Presse, ohne vorherige Konsultationen, die diesen Namen verdienen.

Auf einer Pressekonferenz reagierte die Gewerkschaftsfront OGBL-LCGB auf die Ankündigungen des Premierministers im Rahmen der Erklärung zur Lage der Nation. Die Gewerkschaften stellen fest, dass hinsichtlich der Reform der Kollektivverträge weiterhin Unklarheit herrscht. Einerseits erklärt der Premierminister, dass die Gewerkschaften das exklusive Recht zur Aushandlung und Unterzeichnung von Kollektivverträgen behalten werden. Andererseits kündigt er an, dass auch Vereinbarungen zwischen einem Arbeitgeber und einer Personalvertretung geschlossen werden könnten.

In ähnlicher Weise stehen die ersten Grundzüge der Rentenreform in krassem Widerspruch zu den Forderungen und Erwartungen, die zahlreiche Interessengruppen im Laufe Ihres Konsultationsprozesses „Schwätz mat!“ formuliert haben. Bis heute hat die Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit noch nicht auf den 129-seitigen gemeinsamen Vermerk der Gewerkschaften reagiert.

Die Gewerkschaftsfront fordert daher die Einberufung des tripartiten Koordinierungsausschusses, um einen intensiven Austausch zu dritt führen und gemeinsam einen umfassenden Konsens über die Rentenreform, die finanzielle Tragfähigkeit der CNS, den Sozialgialog, das Arbeitsrecht (insbesondere das Gesetz über kollektive Arbeitsbeziehungen, Sonntagsarbeit und Öffnungszeiten) und die Steuerreform zu erzielen.

Alle bisherigen Bemühungen der Gewerkschaften zur Förderung und Wiederbelebung des nationalen Sozialdialogs sind nach diesem erneuten Angriff auf das luxemburgische Tripartitemodell gescheitert.

Weder die Sitzungen des Ständigen Ausschusses für Arbeit und Beschäftigung (CPTE) noch die vom Premierminister ursprünglich als „Sozialgespräche“ bezeichneten Treffen haben zu einem echten Sozialdialog geführt. Die verschiedenen Minister beschränken sich darauf, die Gewerkschaften einzuberufen, Stellungnahmen zu verlangen, um einen Dialog vorzutäuschen, und dann ohne Rücksicht auf die Positionen der Gewerkschaften die Entscheidungen umzusetzen, die bereits vor jedem Austausch getroffen wurden.

Angesichts dieser wiederholten Erfahrungen in den letzten 18 Monaten ist der nationale Sozialdialog für die Gewerkschaften nun völlig zum Erliegen gekommen.

Vor dem Amtsantritt der aktuellen Regierung war der luxemburgische Sozialdialog stets von der Suche nach Kompromissen zwischen der Regierung und den Sozialpartnern geprägt. Seit Ende 2023 ist der Sozialdialog auf eine reine Konsultation aus formalen Gründen reduziert worden.

Die Gewerkschaften wollen dieses Spiel des Dialogs zwischen tauben Ohren nicht länger mitspielen und werden nicht mehr an Sitzungen teilnehmen, die von einem Pseudodialog geprägt sind. Die Gewerkschaften fordern den Premierminister auf, Sitzungen des dreigliedrigen Koordinierungsausschusses einzuberufen, um einen qualitativ hochwertigen Austausch zu dritt zu führen und gemeinsam einen umfassenden Konsens über die Rentenreform, die finanzielle Nachhaltigkeit der CNS, den Sozialdialog, das Arbeitsrecht (insbesondere das Gesetz über die kollektiven Arbeitsbeziehungen, die Sonntagsarbeit und die Öffnungszeiten) und die Steuerreform zu erzielen.

Die Gewerkschaftsfront OGBL-LCGB setzt sich für die Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer, Grenzgänger und Einwohner, ein

In Luxemburg ist die grenzüberschreitende Arbeit eine maßgebliche Komponente des Arbeitsmarkts. Im ersten Quartal 2024 gab es in Luxemburg 226.709 Grenzgänger, was etwa 47% der Gesamtbeschäftigung entspricht.

Da Grenzgänger ebenso wie alle anderen Arbeitnehmer ihre Steuern und Sozialbeiträge in Luxemburg zahlen und die luxemburgische Wirtschaft von diesen Arbeitskräften abhängt, vertreten LCGB und OGBL die Position, dass die Grenzgänger über die gleichen Rechte und Pflichten wie die in Luxemburg ansässigen Arbeitnehmer verfügen sollten.

Seit 2019 herrscht Unsicherheit über die Auswirkungen des französisch-luxemburgischen Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Grenzgängern. Durch die Änderung der Methode zur Beseitigung der Doppelbesteuerung ist eine Erhöhung der Steuerlast für französische Grenzgänger mit gemischten luxemburgischen und französischen Einkommen sehr wahrscheinlich.

Für den OGBL und den LCGB handelt es sich hierbei um eine neue Diskriminierung gegenüber den Grenzgängern.

Der LCGB und der OGBL haben diese Situation sofort angeprangert und mehrere Aktionen seitens der luxemburgischen und französischen Verantwortlichen unternommen, um diese Situation zu korrigieren.

Die Folge war, dass die Bestimmungen zur Beseitigung der Doppelbesteuerung für die Steuerjahre 2021, 2022 und 2023 ausgesetzt wurden.

Parallel dazu war eine Studie über die Auswirkungen des neuen Steuerabkommens vor der endgültigen Anwendung der neuen Bestimmungen des Steuerabkommens vorgesehen. Da diese Studie noch immer fehlt, wurde die Aussetzung für das Steuerjahr 2024 nicht mehr verlängert.

In Abwesenheit einer Folgenabschätzung dieser neuen Besteuerungsregeln und in Anbetracht der ersten konkreten ungünstigen Fälle, die 2021 aufgetreten sind, fordert die Gewerkschaftsfront:

  • die Verlängerung der Aussetzung der neuen Besteuerungsregeln;
  • die Durchführung einer Folgenabschätzung dieser neuen Regeln, wie sie 2021 vereinbart wurde;
  • eine Neuverhandlung des bilateralen französisch-luxemburgischen Abkommens, um zu den alten Besteuerungsregeln zurückzukehren.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaftsfront die luxemburgische Regierung auf, sich für Folgendes einzusetzen:

  • eine grenzüberschreitende Politik, die allen Arbeitnehmern die gleichen Steuer- und Sozialleistungsrechte und die Möglichkeit zur Telearbeit garantiert;
  • die Neuverhandlung der Steuerabkommen und der damit verbundenen Vereinbarungen mit Frankreich, Belgien und Deutschland, um jegliche steuerliche Diskriminierung schnell zu beenden.

Gemeinsam verhindern, dass das soziale Rad zurückgedreht wird!

Bei einem Treffen am 18. Dezember 2024 in der Chambre des salariés waren OGBL, LCGB und KPL sich einig, dass es notwendig sein wird, während der nächsten Monate alle fortschrittlichen politischen und sozialen Kräfte zu mobilisieren, um die Angriffe auf die Rechte der Gewerkschaften, das öffentliche Rentensystem, das Kollektivvertragswesen, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Einzelhandel über eine Ausweitung der Arbeitszeiten an den Wochentagen und den Sonntagen zurückzuweisen.

Regierung und Patronat geht es offenbar darum, die in Jahrzehnten erkämpften sozialen Errungenschaften in Frage zu stellen, die Gewerkschaften zu schwächen und das soziale Rad zurückzudrehen.

Einig waren OGBL, LCGB und KPL sich auch, dass bei den Renten, beim Mindestlohn, bei der Gesundheitskasse, im Kollektivvertragswesen und im Bereich der Arbeitszeiten deutliche Verbesserungen erfolgen müssen, um die Kaufkraft der Lohnabhängigen zu stärken, die sozialen Rechte voranzubringen und die Arbeits- und Lebensbedingungen der Schaffenden zu verbessern.

Sollte das infolge der Uneinsichtigkeit der Gegenseite nicht über den Dialog und Verhandlungen möglich sein, werden gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen sich aufdrängen, um soziale und arbeitsrechtliche Verschlechterungen zu verhindern und sozialen Fortschritt durchzusetzen. Die KPL bekräftigte ihre solidarische Unterstützung für die Gewerkschaften.

 

Mitgeteilt von OGBL, LCGB und KPL
am 19. Dezember 2024

Austausch der CSV-Fraktion mit den Gewerkschaften OGBL und LCGB

Bei einem Gespräch in konstruktiver Atmosphäre tauschten sich die Vertreter der CSV-Fraktion und der Gewerkschaften OGBL und LCGB sowie der Direktor der Arbeitnehmerkammer, Sylvain Hoffmann, am Freitag über die aktuellen Dossiers im Bereich des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung aus.

Fraktionspräsident Marc Spautz sowie die Abgeordneten Diane Adehm, Nathalie Morgenthaler und Charel Weiler einerseits und Nora Back, Jean-Luc de Matteis sowie Frédéric Krier vom OGBL und Patrick Dury sowie Christophe Knebeler vom LCGB sprachen unter anderem über die Umsetzung der EU-Direktive zum Mindestlohn mit dem damit verbundenen Nationalen Aktionsplan zur Ausweitung der Kollektivverträge.

Die Diskussionen darüber und auch die Gesetzesprojekte zur Sonntagsarbeit und zu den Ladenöffnungszeiten belasten bekanntlich den Sozialdialog derzeit schwer. Die CSV-Abgeordneten bekräftigten, dazu beitragen zu wollen, dass bei diesen Themen Lösungen im Interesse aller Beteiligten gefunden werden können.

Gesprächsgegenstand war auch die Finanzlage der Gesundheitskasse CNS. Die Zahlen und Aussichten, die den Sozialpartnern bei der vergangenen Quadripartite präsentiert wurden, waren schlechter als bislang bekannt war und bereiten den Gewerkschaften Sorgen. Auch die Pensionsdebatte wirft bei ihnen viele Fragen auf. Marc Spautz stellte in Aussicht, dass das Pensionswesen noch vor Ostern Gegenstand einer Orientierungsdebatte im Parlament sein wird.

Man war sich einig, im regelmäßigen Austausch zu bleiben.

Mitgeteilt von der CSV-Fraktion, dem OGBL und dem LCGB,
am 16. Dezember 2024

Zusammenarbeiten, um die Rechte der Gewerkschaften und der Arbeitnehmer zu sichern!

Der OGBL, der LCGB und déi Gréng betonen die Dringlichkeit, unser Sozialmodell angesichts der von der Regierung verübten Angriffe zu verteidigen.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die sozialen Errungenschaften, die aus einem tripartiten Modell und dem Dialog besteht, derzeit von der Regierung gefährdet wird. Der Arbeitsminister versucht, die zentrale Rolle der Gewerkschaften in unserem Sozialmodell zu schwächen, indem er einen echten Dialog im Rahmen der CPTE ablehnt und die derzeitige Rolle der Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen in Frage stellt.

In einem kürzlich stattgefundenen Gespräch diskutierten die beiden Gewerkschaften und die politische Partei über den Eklat bei der Vorstellung einer möglichen Reform der Tarifverträge, aber auch über die Sonntagsarbeit und die angekündigte Reform des Rentensystems.

Die Beteiligten stellten übereinstimmend fest, dass die Regierung sowohl formal als auch inhaltlich versucht, die Rolle der Gewerkschaften zu schwächen, indem sie einen echten Dialog verweigert und ihre Absichten bezüglich der Rolle, die die Gewerkschaften in Luxemburg künftig spielen sollen, nicht klar zum Ausdruck bringt.

Der LCGB, der OGBL und déi gréng bekräftigen ihr gemeinsames Engagement für die Verteidigung der sozialen Errungenschaften und des luxemburgischen Sozialmodells und bestehen darauf, dass die historische Rolle der Gewerkschaften im luxemburgischen Sozialmodell respektiert wird.

Mitgeteilt vom OGBL, dem LCGB und déi gréng,
am 26. November 2024

Unsere Kräfte bündeln, um unsere Errungenschaften zu verteidigen

Der LCGB, der OGBL und déi Lénk rufen gemeinsam dazu auf, das luxemburgische Sozialmodell und die sozialen Errungenschaften gegen die Angriffe der Regierung zu verteidigen!

Vor kurzem haben sich die beiden Gewerkschaften mit Vertretern von déi Lénk getroffen, um sich über die jüngsten Frontalangriffe der Regierung auf das luxemburgische Sozialmodell und die sozialen Errungenschaften auszutauschen. Zu den Themen gehörten die Reform des gesetzlichen Rahmens für Kollektivverträge, der Gesetzentwurf zur Reform der Sonntagsarbeit, die Konsultation über das allgemeine Rentenversicherungssystem und die finanzielle Situation der Krankenversicherung.

Die Feststellung war einhellig: Ob Renten, Kollektivverträge oder Sonntagsarbeit – die Regierung versucht mit allen Mitteln, die Gewerkschaften zu schwächen und auf diese Weise die historischen Errungenschaften der Arbeitnehmer, Rentner und ihrer Familien anzugreifen. Ein solcher Angriff, sollte er erfolgreich sein, würde das Ende des luxemburgischen Sozialmodells bedeuten, das der Garant für den sozialen Frieden in Luxemburg ist.

Angesichts der zahlreichen Gefahren, die auf dem luxemburgischen Sozialmodell lasten, müssen sich alle progressiven Kräfte vereinen und eine gemeinsame Front bilden. In diesem Sinne bekräftigen der LCGB, der OGBL und déi Lénk ihr gemeinsames Engagement für die Verteidigung der sozialen Errungenschaften und des luxemburgischen Sozialmodells.

 

Mitgeteilt vom OGBL, dem LCGB und déi Lénk,
am 19. November 2024

Die Gewerkschaften schlagen Alarm

Am 11. November 2024 traf eine Delegation des LCGB und OGBL unter der Leitung ihrer Präsidenten Patrick Duryund Nora Back und in Begleitung des Direktors der Arbeitnehmerkammer (CSL) Sylvain Hoffmann die Europaabgeordneten Tilly Metz, Marc Angel und Charles Goerens. Bei dieser Gelegenheit brachten beide Organisationen ihre Bedenken bezüglich der Umsetzung der Richtlinie über angemessene Mindestlöhne in der EU zum Ausdruck, insbesondere in Bezug auf den nationalen Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen.

LCGB und OGBL gelten als eine der Säulen des luxemburgischen Sozialmodells und setzen sich seit vielen Jahren für eine Reform des Kollektivvertragsgesetzes ein. Die Verabschiedung der Richtlinie über angemessene Mindestlöhne in der EU wurde daher von den beiden Gewerkschaften begrüßt, da sie darin eine Möglichkeit sehen, die Kollektivverträge in Luxemburg zu stärken und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer zu verbessern. Allerdings können der LCGB und der OGBL nur mit Bedauern feststellen, dass das, was der Arbeitsminister derzeit versucht durchzusetzen, den Zielen der Richtlinie und den Forderungen der beiden Gewerkschaftsorganisationen völlig zuwiderläuft. Angesichts dieser Situation haben die Gewerkschaften die Europaabgeordneten auf die Gefahren hingewiesen, die der nationale Aktionsplan, wie er vom Arbeitsminister vorgelegt wurde, mit sich bringt, insbesondere was die Öffnung des Rechts, Kollektivverträge zu verhandeln und zu unterzeichnen, für nicht gewerkschaftlich organisierte Personen oder Organisationen betrifft.

Dieser Vorschlag würde nicht nur zu einer Verschlechterung der derzeitigen sozialen Errungenschaften führen, sondern auch den Zielen der Richtlinie zuwiderlaufen, nämlich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in der EU zu verbessern. Wenn der Minister neutralen Delegierten oder Arbeitnehmern die Aushandlung von Kollektivverträgen gestatten würde, würde er nicht nur eine ernsthafte Gefährdung der Arbeitnehmerrechte riskieren, sondern auch das Vorrecht der Gewerkschaften auf Aushandlung und Abschluss solcher Verträge verletzen. Es handelt sich hierbei um einen gezielten Angriff auf die luxemburgischen Gewerkschaften, wie es ihn seit langem nicht mehr gegeben hat. Der LCGB und der OGBL können den nationalen Aktionsplan, so wie er auf den Tisch gelegt wurde, auf keinen Fall akzeptieren und fordern, dass er zurückgezogen und ernsthaft mit den Gewerkschaften verhandelt wird. Sollte der Text in seiner jetzigen Form angenommen werden, wird dies nicht nur negative Auswirkungen auf die bestehenden Kollektivverträge und den Mindestlohn haben, sondern auch auf die Renten.

Bei dem Treffen beklagten die beiden Gewerkschaften ein Klima, in dem sie sich bei den Gesprächen zunehmend übergangen fühlen. Dieses Klima spiegelt sich im Übrigen auch in den Debatten über die Rentenreform und die Frage der Leitung der CNS wider, Themen, die ebenfalls angesprochen wurden. Auch hier gibt die Haltung von Ministerin Martine Deprez gegenüber den Gewerkschaften Anlass zu großer Besorgnis.

Mitgeteilt vom SECEC am 15. November 2024

Schluss mit der Chaospolitik der Regierung!

LCGB, OGBL und LSAP fordern ein sofortiges Ende der von der Regierung initiierten Chaospolitik, die darauf hinauszielt, das Luxemburger Sozialmodell zu schwächen. Es kann kein Zufall sein, wenn Arbeits- und Sozialminister.in momentan mit widersprüchlichen Aussagen, unilateralen Entscheidungen und globalen Infragestellungen für Verwirrung und Unverständnis in den Dossiers Pensionen, Krankenkasse, Sonntagsarbeit, Kollektivvertragswesen usw. sorgen. Diese dilettantische Vorgehensweise in sozialpolitisch sensiblen Bereichen sorgt für eine gewollte Verunsicherung, die es der Regierung später erlauben soll, ihre jetzt schon beschlossenen Reformen umzusetzen, ohne dass die dadurch entstehende Schwächung des Sozialstaates zu auffällig sein wird.

Was die von der Regierung angekündigte „Diskussion“ über das Pensionssystem betrifft, werden die Gewerkschaften gezielt isoliert, indem „jeder“ eingeladen wird, in dieser hoch komplexen Thematik mitzudiskutieren. Außerdem erzeugt die Regierung einen künstlichen Zeitdruck, der schnelles Handeln unumgänglich erscheinen lassen soll.

Diese Dringlichkeit oder schnelles Handeln wäre eher bezüglich der finanziellen Lage der Gesundheitskasse angebracht, wo die Ministerin sich in der rezenten Quadripartite vornehm zurückhielt und auf Zeit spielte, indem Sie keine Lösungsvorschläge zur Diskussion brachte.

In beiden Dossiers stiehlt sich die Ministerin aus ihrer Verantwortung und gibt vor, lediglich eine Zuschauerrolle einzunehmen, um so eine „breite Diskussion“ zu ermöglichen. In Wirklichkeit aber sollen auf diese Weise die Gewerkschaften Ihrer Rolle als Verhandlungspartner entledigt werden.

Im Bereich Arbeit wendet die Regierung eine ähnliche Taktik an, um das Arbeitsrecht zu Ungunsten der Arbeitnehmer zu flexibilisieren. Säulen des Sozialdialogs, wie der CPTE, werden vom zuständigen Minister zu Alibiveranstaltungen degradiert, das Kollektivvertragsrecht wird ausgehöhlt, indem die Gewerkschaften außen vor gelassen werden sollen, die Sonntagsarbeit wird aufgrund einer im Alleingang getroffenen Entscheidung ohne Auflagen auf 8 Stunden ausgedehnt.

Gewerkschaften und LSAP bedauern diese gezielte Schwächung der Gewerkschaften und Verachtung des Sozialdialogs – und machen gemeinsam Front um das Luxemburger Sozialmodell zu verteidigen.

Während Ihres Austauschs über die aktuellen politischen Entwicklungen am 7. November, wurde deshalb beschlossen, die Regierung aufzufordern, unverzüglich mit ihrer Chaospolitik aufzuhören, alle Sozialpartner zu respektieren und das Luxemburger Sozialmodell zu stärken.

 

Mitgeteilt vom OGBL, dem LCGB und der LSAP,
am 12. November 2024

LCGB und OGBL tauschen sich mit den Vertretern der Jugendorganisationen der wichtigsten politischen Parteien aus

Eine Delegation des OGBL und des LCGB, angeführt von ihren Präsidenten Nora BACK und Patrick DURY und begleitet vom Direktor der Arbeitnehmerkammer (CSL), Sylvain HOFFMANN, hat am 24. Oktober 2024 die Vertreter der Jugendorganisationen der wichtigsten politischen Parteien in Luxemburg empfangen, um ihnen die Analysen, Überlegungen und gemeinsamen Positionen zu präsentieren, die die beiden Gewerkschaften im Rahmen der aktuellen Debatte um die Zukunft des allgemeinen Rentenversicherungssystems gemeinsam vertreten. Die Gewerkschaften freuen sich, bei dieser Gelegenheit folgende Personen begrüßen konnten: Laurent BRAUN, Generalsekretär der CSJ; Lou LINSTER, Vorsitzender der JDL; Max MOLITOR, einer der beiden Co-Vorsitzenden der JSL; Tammy HUBERTY, eine der beiden Sprecherinnen von déi jonk gréng; Alex LASSINE, Schatzmeister von déi jonk gréng, und Ben MULLER, Vertreter von déi jonk Lénk.

Sie betonten, dass weder die Kapitalisierung noch private Systeme eine gangbare Alternative seien, wenn man der heutigen und künftigen älteren Bevölkerung weiterhin einen angemessenen Lebensstandard garantieren wolle.

Die Gewerkschaften haben auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Finanzlage des allgemeinen Rentenversicherungssystems derzeit komfortabel ist, die Reserven weiter wachsen und die vorherrschende Panikmache in Wirklichkeit auf unzuverlässigen langfristigen Prognosen beruht, die sich in der Vergangenheit immer wieder als falsch erwiesen haben. Sollte das System in den kommenden Jahren dennoch ein finanzielles Ungleichgewicht aufweisen, plädieren die Gewerkschaften in diesem Fall für eine Stärkung unseres öffentlichen Rentensystems durch die Schaffung zusätzlicher Einnahmen (einschließlich solcher, die weniger von der Beschäftigungsentwicklung abhängen und den technologischen Wandel berücksichtigen) anstelle einer Verschlechterung der Leistungen.

Der LCGB und der OGBL kamen schließlich auf die negativen Auswirkungen der Rentenreform von 2012 zurück und betonten die Dringlichkeit, die Jahresendzulage und die Rentenanpassung, die derzeit durch die Reform gefährdet sind, dauerhaft einzuführen sowie die Notwendigkeit, die Mindestrente deutlich zu erhöhen. Sie erinnerten insbesondere daran, dass die durchschnittliche Rente für eine vollständige Karriere in Luxemburg derzeit bei 3.600 Euro liegt und dass sich die Armutsquote unter Rentnern in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat.

Im Bestreben, die Debatte zu versachlichen und auch die jungen Generationen für die Herausforderungen zu sensibilisieren, die durch diese Debatte um die Zukunft unseres Rentensystems aufgeworfen werden, freuen sich der OGBL und der LCGB über diesen ersten Austausch mit den Jugendorganisationen der wichtigsten politischen Parteien.

Mitgeteilt von OGBL und LCGB am 28. Oktober 2024